
Gyroscope Personal Records
Dan Grant
Vor fünf Jahren war Dan übergewichtig, rauchte ununterbrochen und bewegte sich kaum. Mit 38 hatte er plötzlich einen Herzinfarkt. Er hatte großes Glück und überlebte, und das war der Weckruf, sein Leben zu ändern.
Drei Monate nach dem Infarkt fing er mit dem Radfahren an, anfangs nur ein paar Meilen durch die Nachbarschaft. Nach und nach wurden es mehr. Im Mai fuhr er seine bisher längste Tour über 124 Meilen, als Teil einer 24-Stunden-Challenge von London nach Paris. Das Beste daran: Er hat seinen Ruhepuls von 85 bpm auf nur noch 55 bpm gesenkt und damit das Risiko eines weiteren Infarkts deutlich gedrückt.
Dan ist Projektmanager bei Sodexo und lebt in Großbritannien. Seine freie Zeit steckt er ins Radfahren für ein gesünderes Herz und darin, andere dazu zu ermutigen.


„Wenn ich auch nur einen Menschen rette, hat sich alles gelohnt.“
Michael: Womit trackst du deine Aktivitäten?
Dan: Ich nutze eine Garmin Fenix 3 für Puls, Schlaf, tägliche Schritte, Gehen, Laufen und Radtouren. Sie ist groß, hält aber 16 Stunden durch und lässt sich während einer laufenden Aufzeichnung laden, was bei langen Events nötig ist.
Sie synchronisiert drahtlos mit meinem Handy über Garmin Connect, das wiederum mit Strava und Apple Health synchronisiert. Von dort gehen die Daten an Gyroscope, wo ich sie mit meinem Gewicht und anderen Daten zusammenbringe.
Michael: Was ist dein Hauptziel? Hat Gyroscope dir dabei geholfen?
Dan: Anfangs war es mir peinlich, dass ich mich in so einen ungesunden Zustand hatte rutschen lassen. Letzten Sommer las ich, dass immer mehr Menschen in Großbritannien übergewichtig sind und sich kaum bewegen. Die Zahlen zu Fettleibigkeit und Bewegungsmangel bei Kindern haben mich schockiert: Laut einer Statistik von Public Health England aus dem Jahr 2012 kamen nur 21 % der Jungen zwischen 5 und 15 Jahren auf die empfohlene Stunde Bewegung pro Tag, und nur 16 % der Mädchen.

Diese Statistik hat mich dazu gebracht, an die Öffentlichkeit zu gehen und meinen Kampf gegen Herzkrankheiten anzukündigen.
Kurz danach habe ich meinen Blog und einen Twitter-Account gestartet. Mein Ziel ist, dass niemand sonst durchmachen muss, was ich durchgemacht habe. Wenn ich auch nur einen Menschen rette, hat sich alles gelohnt.
Mit Gyroscope kann ich meinen Fortschritt verfolgen und meine Touren sichtbar teilen, zusammen mit den Fotos, die ich unterwegs gemacht habe.
„Zu wissen, dass ich danach eine Gyroscope-Karte auf Twitter teile, motiviert mich, die Extrameile zu fahren!“
Ich habe gemerkt, dass ein Tweet mit einer Gyroscope-Karte viel mehr Leute erreicht und deutlich mehr Reaktionen bekommt als einer mit einem normalen Bild. Ich glaube nicht, dass es die Leute besonders interessiert, wenn man sagt, man sei 62 Meilen gefahren. Sie bleiben an einem Foto hängen oder an witzigen Zahlen wie der Menge an verbrannten Keksen oder Donuts.
Michael: Du hast deine Radkilometer seit dem Infarkt beeindruckend gesteigert. Wie schwer war der Anfang?
Dan: Ich habe angefangen, fast täglich eine Runde von 11 Meilen zu fahren. Am Anfang brauchte ich dafür 57 Minuten. Diese regelmäßigen Meilen haben meine Ausdauer aufgebaut. Nach drei Monaten bin ich meine erste Sportive gefahren.
Ich habe die kurze Strecke über 42 Meilen genommen, dafür brauchte ich gut 3 Stunden, im Schnitt knapp unter 14 mph. Die Fahrt hat mir riesig Spaß gemacht, und in den nächsten Monaten bin ich noch ein paar Sportives gefahren.
Die letzte in dem Jahr ging über 62 Meilen (100 km) rund um die sehr kalte, hügelige und windige Isle of Wight an der englischen Südküste. Neun Monate später (und nur 18 Monate nach dem Infarkt) hatte ich meine erste Sportive über 100 Meilen im Kasten.
„Der beste Tipp, den ich geben kann: Fang einfach an, Rad zu fahren. Mach dir keine Gedanken über die Distanz“


Michael: Hast du Tipps für andere, die anfangen wollen, aber das Gefühl haben, es sei unmöglich?
Dan: Der beste Tipp, den ich geben kann: Fang einfach an, Rad zu fahren. Mach dir keine Gedanken über die Distanz, nimm dir einfach mindestens dreimal pro Woche etwas Zeit. Fahr in dieser Zeit so weit du kannst, am besten eine Runde dort, wo du wohnst.
So bist du nie weit von zu Hause weg, falls etwas ist. Es dauert nicht lange, bis du merkst, dass du auf deiner Runde schneller wirst, und das motiviert enorm. Als ich aus der Gegend wegzog, hatte ich meine 11-Meilen-Runde auf 37 Minuten gedrückt.


Michael: Wir sehen deine Touren sehr gern auf Twitter. Erzähl uns von ein paar Lieblingsstrecken.
Dan: Die Malvern Hills sind eines der 41 „Areas of Outstanding Natural Beauty“ in Großbritannien und nur ein kurzes Stück von zu Hause weg. Ich bin regelmäßig dort oben unterwegs, laufend und auf dem Rad.



Eines Tages war mein Auto in der Werkstatt. Vor dem Infarkt hätte ich mir einfach das nächste Café gesucht und gewartet. Stattdessen bin ich am Kanal entlang zum Nachbardorf Wilmcote gelaufen. Mit ein bisschen Nachdenken lässt sich Bewegung in den Alltag einbauen.

Michael: Glückwunsch zu deiner London-Paris-Challenge! Wie hat es sich angefühlt, im Ziel anzukommen?

Dan: Danke! Als ich mich dem Eiffelturm näherte, war ich überglücklich. Es war fantastisch zu wissen, dass ich 300 Kilometer (190 Meilen) in 24 Stunden schaffe, mit sehr wenig Schlaf.
Der Moment, in dem ich die Seine überquerte und der Turm vor mir aufragte, bleibt für immer eine kostbare Erinnerung. Wir haben bis tief in die Nacht in einem Pariser Restaurant gefeiert, alle 50 Fahrer.

Michael: Haben sich Freunde oder Kollegen inspirieren lassen und ihr Verhalten geändert, nachdem sie deinen Fortschritt gesehen haben?
Dan: Mehrere Kollegen haben angefangen, es mir auf Dienstreisen nachzumachen und zu laufen. Inzwischen geht bei unseren monatlichen Teamtreffen eine ganze Gruppe abends laufen. Manchmal wird es sportlich ernst.
Einer meiner guten Freunde (der vorher kaum Rad gefahren ist) ist sogar mit mir ein Rennen über 100 Meilen gefahren, den Ride London!
Michael: Du hast kürzlich Fotos vom Vitality British 10k London Run geteilt. Erzähl uns mehr davon. Wie war der Wechsel vom Rad aufs Laufen?
Dan: In den ersten Monaten meiner Genesung kam ich zu Fuß nicht weit. Ich hatte ein altes Rad, mit dem ich mehr von meiner Stadt erkunden konnte, als ich zu Fuß geschafft hätte. So bin ich zum Radfahren gekommen.
Laufen dagegen war nie mein Ding, und mein Durchschnittspuls geht dabei ziemlich hoch. Ich musste also langsamer machen, um mein Herz wieder auf ein Niveau zu bringen, das es nicht zu sehr fordert.
Ich hatte meinem Freund aber versprochen, dass ich als Gegenleistung für den Ride London an einem Lauf teilnehme. Für die 10 km habe ich mir 1 Stunde 25 Minuten vorgenommen.
Ich freue mich sehr, dass ich darunter geblieben bin. Mein Hauptziel war aber einfach, ins Ziel zu kommen und anderen zu zeigen, dass ein Herzinfarkt nicht automatisch das Ende des Lebens bedeutet.


